News

Feuchtevariable Dampfbremsen im winterlichen Rohbau
Erstellt von Knauf Insulation am 13. Februar 2020

Feuchtevariable Dampfbremsen, wie zum Beispiel die Knauf Insulation LDS FlexPlus, sind aufgrund spezieller Funktionsschichten in der Lage, ihre Eigenschaften an die Luftfeuchtigkeit der Umgebung anzupassen. Beim Einbau im Rohbau während der Wintermonate sind ein paar Besonderheiten zu beachten.

Dampfbremsen mit feuchtevariablem Diffusionswiderstand sind für den Einsatz in normal temperierten Räumen mit einer üblichen Luftfeuchtigkeit ausgelegt – zum Beispiel in Wohn-, Büro- und Aufenthaltsräumen. Auch die Verwendung in privaten Badezimmern oder Wohnküchen ist unkritisch. Für permanent feuchte Umgebung sind sie jedoch nicht konzipiert. Bei normaler, üblicher Wohnluftfeuchte wirkt der Diffusionswiderstand der feuchtevariablen Dampfbremse, damit feuchte Raumluft nicht in die Konstruktion gelangen kann. Im Sommer, bei hohen Außentemperaturen, erhöht sich durch Erwärmung die Luftfeuchtigkeit in der Konstruktion. Der Diffussionswiderstand der Dampfbremse reduziert sich hierbei, sodass die Konstruktion sicher austrocknen kann.  

In der Bauphase im Winter kann durch austrocken von Nassputz und Nassestrich die Luftfeuchte ungünstig hoch ansteigen, mit der Folge, dass die Widerstandswirkung der feuchtevariablen Dampfbremse in dieser Phase verloren gehen kann. Die Konstruktion kann sich ungünstig auffeuchten.

 

Während der Bauphase kann das Raumklima zeitweise kritisch sein. Beispielsweise dann, wenn:

  1. die relative Luftfeuchte über 75% liegt,
  2. die Bauholzfeuchte erhöht ist
  3. oder die Einbautemperaturen unter 5°C liegen.

Damit eine funktionierende Konstruktion hergestellt werden kann, empfehlen wir daher vor Ausführung der Dicht- und Dämmarbeiten Folgendes:

  1. Die Holzfeuchte muss in den Wintermonaten grundsätzlich kontrolliert werden bevor mit den Dicht- und Dämmarbeiten begonnen wird. Erst ab einem Feuchtegehalt < 20% dürfen diese erfolgen.
  2. Die Ausführungsreihenfolge und Koordination der Gewerke nach DIN 4108-7 ist zu beachten.
  3. Nassputz und Nassestrich müssen fertig und ausreichend trocken sein. Ggf. ist eine Bautrocknung erforderlich. Gasheizgeräte sollten hierbei nicht verwendet werden, da sich große Mengen Wasserdampf im Abgas befinden und die Raumfeuchte zusätzlich erhöhen.
  4. Die Raumluftfeuchtigkeit muss dauerhaft unter 75%liegen.

Während des Einbaus sind folgende Maßnahmen zu beachten:

  1. Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit sind intensiv zu lüften. (z.B. Stoßlüften und / oder durch Einsatz von Lufttrocknern zu entfeuchten.
  2. Während des Einbaus der Dämmung und Dampfbremse nicht heizen! Durch das Heizen wird Wasserdampf produziert, der sonst in die Konstruktion mit eingebaut wird und dann an der Unterdeckbahn bzw. Holzschalung als Tauwasser ausfallen kann. Die Dämmung würde durchfeuchten und die Holzkonstruktion geschädigt werden.
  3. Die Dampfbremse ist sofort luftdicht an angrenzende Bauteile, z.B. mit dem Knauf Insulation LDS Einputzband, und Durchdringungen mit einem Systemklebeband, z.B. Knauf Insulation LDS Solifit S, abzukleben.

Ist die Ausführungsreihenfolge der Gewerke aufgrund des Bauablaufs wie oben beschrieben nicht möglich oder sind die Maßnahmen in den Wintermonaten nicht zu gewährleisten, so empfehlen wir als temporäre Sicherheitsmaßnahme, vorübergehend zusätzlich die Dampfbremse Knauf Insulation LDS 100 luftdicht verlegt einzubauen. Diese wird dann, sobald der Putz und Estrich ausgetrocknet und die üblichen Raumklimabedingungen erreicht sind, wieder zurückgebaut. Anschließend kann die Konstruktion mit der Beplankung geschlossen werden.