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Im Interview: Karl-Heinz Pasch als Supply Chain Manager Simbach

Erstellt von Knauf Insulation am 10. Dezember 2020

Karl-Heinz Pasch ist seit 2002 als Supply Chain Manager in Simbach am Inn tätig. Das Werk, der größte unserer beiden Holzwollstandorte, liegt 110 km östlich von München, 65 km nördlich von Salzburg und ist geografisch gut positioniert, um unsere Kunden in ganz Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz zu beliefern. Auch Abnehmer in den Niederlanden und Skandinavien erhalten Produkte aus Simbach.

K Pasch, Knauf Insulation
Trotz der Corona-Krise laufen alle drei Linien in Simbach zu 100%. Aber selbst bei diesem hohen Produktionsniveau wurden unsere Lagerbestände von Februar bis August noch um fast ein Fünftel reduziert. Der deutsche Markt hat eine wirklich außergewöhnliche Nachfrage gezeigt.
Karl-Heinz Pasch, Supply Chain Manager Simbach

Was haben Sie gemacht, bevor Sie zu Knauf Insulation gekommen sind?

Ich bin in Lübeck, in Norddeutschland, geboren. Das ist weiter von Simbach entfernt als die meisten anderen Orte in Deutschland. Ich begann meine berufliche Laufbahn als Hotelmanager bei der Sheraton-Gruppe, wo ich im Verlauf meiner Karriere IT-Projekte in ganz Afrika und im Nahen Osten leitete. Anfang der 1990er Jahre arbeitete ich für Hotelketten in der Nähe von Salzburg (Österreich) und in Bad Birnbach (Niederbayern), in der Nähe von Simbach. Hier ließ ich mich nieder und gründete eine Familie. Im Jahr 2002 erhielt ich die Gelegenheit, meine Karriere in der Dämmstoffindustrie bei Heraklith zu beginnen. Dem Unternehmen, das vier Jahre später Teil von Knauf Insulation wurde.

Was waren die größten Herausforderungen des Jahres 2020?

Anfang 2020 nahm unsere neue Klebeanlage in der Produktion den Betrieb auf. Die Produkte dieser Linie stammten aus einem neuen Portfolio für den deutschen Markt und dessen Umsatz übertraf die Erwartungen. Trotz der Corona-Krise laufen alle drei Linien in Simbach zu 100%. Aber selbst bei diesem hohen Produktionsniveau wurden unsere Lagerbestände von Februar bis August noch um fast ein Fünftel reduziert. Der deutsche Markt hat eine wirklich außergewöhnlich hohe Nachfrage gezeigt.

Wie wurde das Werk durch COVID-19 beeinflusst?

Die Pandemie traf die Region Simbach sehr hart. Während der ersten und zweiten Welle gehörte unsere Infektionsrate zu den höchsten in Deutschland. Neben der Produktion mit ihren MitarbeiterInnen und der Verwaltung sind in Simbach auch Teams von Knauf Insulation Zentraleuropa, der Customer Service und weitere unterstützende Abteilungen angesiedelt. Es war eine schwierige Aufgabe, sich auf die Krise einzustellen.

Welche Maßnahmen wurden eingeführt, um Ihr Team so zu schützen?

Es wurden Hygienevorschriften eingeführt, die von den Managern und Vorgesetzten überwacht werden. Wir reduzierten die Anzahl der Mitarbeiter, die sich in jedem Büro treffen konnten, installierten neue Sicherheitseinrichtungen und führten internationale DASH-Maßnahmen in allen Bereichen ein - mit den Schwerpunkten Abstand, Luftzirkulation, Oberflächensauberkeit und Hygiene (Distancing, Air Circulation, Surface Cleanliness, Hygiene). Unser Management, der Werksleiter und unser Betriebsrat haben einen Corona-Stufenplan entwickelt, so dass jede/r MitarbeiterIn über die Infektionssituation und die Sicherheitsmaßnahmen informiert ist, die für bestimmte Bereiche wie die Kantine, Home Office und Geschäftsreisen gelten. Der Plan ist transparent und funktioniert gut.

War es schwierig, Masken und Desinfektionsmittel zu finden?

In den ersten Tagen der ersten COVID-19-Welle im Frühling musste unser Einkäufer des Werks hart arbeiten, um Desinfektionsmittel und Masken zu finden, da diese Art von Waren zu diesem Zeitpunkt nur in Asien hergestellt wurde. Er entdeckte eine Apotheke mit Desinfektionsmittel im 110 km entfernten Rosenheim, wo die Assistentin des Werksleiters sofort hinfuhr, um sich welches zu sichern. Wir füllten damit dann kleinere Behälter mit Desinfektionsmittel, die an unsere KollegInnen verteilt werden konnten. Außerdem fanden wir zwei lokale Maskenlieferanten in Simbach und Passau, die schnell liefern konnten. Mit diesen konnten wir dann auch unsere Verkaufsteams in Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen.

Welche wichtigen Lehren wurden in dieser Zeit gezogen?

Wir werden Online-Meetings weiterhin Priorität einräumen, weil sie gut funktionieren und Zeit und Geld sparen. Außerdem haben wir erlebt, wie effektiv man von zu Hause aus arbeiten kann.

Was ist Ihr zukünftiges Ziel für den Standort?

Unsere Simbach-Vision, die wir im Jahr 2020 kreiert haben, ist klar: "Wir sind Heraklith, wir sind der Maßstab für Holzwolle und ein fester Bestandteil der Knauf Gruppe. Wir sind ein starkes Team und wir werden unsere Vision mit unseren vier Säulen erreichen: Arbeitssicherheit, Ordnung bzw. Sauberkeit, Nachhaltigkeit und Qualität." Diese Vision wird allen unseren KollegInnen in Simbach vermittelt.

Welche Nachhaltigkeitserfolge der letzten Zeit sind für das Werk im Hinblick auf das Abfallmanagement wichtig?

Unser neues Absaug- und Recyclingsystem wurde Anfang des Jahres 2020 in Betrieb genommen. Bei der Produktion von Heraklith Holzwolle-Mehrschichtplatten entstehen Materialstäube, die bisher auf Deponien entsorgt werden mussten. Der abgeschiedene Steinwollstaub wird nun gesammelt und zu unserem Steinwolle-Werk in St. Egidien (Sachsen) transportiert. Auf diese Weise gelangen jedes Jahr etwa 1.700 Tonnen Steinwolle-Produktionsstaub als wiederverwerteter Rohstoff zurück in den Produktionsprozess. Dies ist eine große Leistung und Ergebnis der engen Zusammenarbeit zweier Werke mit unterschiedlichen Technologien. Außerdem ist es ein weiterer wichtiger Beitrag zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft.