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Neugestaltete Förderlandschaft

Erstellt von Knauf Insulation am 27. Januar 2021

Die neue Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) vereinheitlicht die Förderlandschaft stufenweise ab Januar 2021. Sie fasst Förderangebote des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen und ist zunächst als Zuschuss für Einzelmaßnahmen verfügbar.

Bauherren und Sanierer sollen einfacher an eine finanzielle Unterstützung für energieeffiziente Modernisierungsmaßnahmen kommen – so das Ziel der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG, die insgesamt 10 Förderprogramme zu 3 Teilprogrammen zusammenfasst. Schließlich sind energieeffiziente Gebäude ein wichtiger Schlüssel zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Möglichst schnell sollen die Energieverbräuche in deutschen Haushalten sinken, was sich wiederum auf die CO2-Emissionen auswirkt.

 

BEG-Programme und Ausbau bis 2023

Seit Januar können Modernisierungswillige nun im Rahmen des BEG Investitionszuschüsse für alle technischen und baulichen Einzelmaßnahmen am Gebäude beim BAFA beantragen, die die Energieeffizienz der Immobilie nachweislich verbessern, jedoch nicht einen Effizienzhausstandard für ein Gebäude insgesamt erreichen. Diese so genannte BEG EM (Einzelmaßnahen)Förderung löst die bisherigen Förderangebote „Heizungstausch und Heizungsoptimierung“ (BAFA) sowie „430 für Einzelmaßnahmen“ (KfW) ab. Alle weiteren KfW-Programme können weiterhin genutzt werden.

Ab dem 1.7.2021 wird das Angebot um die Teilprogramme BEG WG (Wohngebäude) sowie BEG NWG (Nichtwohngebäude) ergänzt, die Maßnahmen abdecken, die ein Gebäude insgesamt auf einen Effizienzhausstandard bringen. Ebenfalls ab Juli 2021 haben Antragssteller die Wahl zwischen einer Kredit- und einer Zuschussvariante in allen drei Programmen. Die alten Programme von KfW und BAFA laufen zu diesem Zeitpunkt aus.

Die Teilprogramme BEG WG und BEG NWG werden bis Ende 2022 von der KfW betreut. Ab dem 1.1.2023 wird auf eine einheitliche Antragsstellung über das BAFA umgestellt.

 

Zuschüsse für Wohngebäude ab Januar 2021

  • Die Fördersätze für Maßnahmen an der Gebäudehülle betragen weiterhin 20 Prozent der förderbaren Kosten. Maximal kann die Förderung jedoch 12.000 Euro betragen, statt bisher 10.000 Euro. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören beispielsweise die Dämmung von Dächern, Außenwänden und Geschossdecken sowie die Erneuerung von Fenstern, Rollläden und außenliegenden Verschattungen, Außentüren und eine energiesparende Anlagentechnik (Beheizung, Lüftung).
  • Klimafreundliche Heizungen mit Nutzung erneuerbarer Energien (z. B. Wärmepumpen) werden mit 20 bis 45 Prozent bezuschusst. 30 bis 45 Prozent erhalten Antragssteller für den Anschluss an ein erneuerbares Gebäude- oder Wärmenetz. Kleinere Maßnahmen zur Heizungsoptimierung, beispielweise ein hydraulischer Abgleich, inklusive dem Austausch von Heizungspumpen, werden mit 20 Prozent unterstützt.
  • Der Zuschuss für Leistungen von Energieberatern (Baubegleitung, Nachweiserstellung, Zertifizierung) beträgt einheitlich 50 Prozent.

 

Weitere Informationen zu Zuschüssen, den Tilgungszuschüssen von Krediten sowie Prämien – beispielsweise für die Umsetzung von individuellen Sanierungsfahrplänen (iSFP) – finden Sie auf der Informationsseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Dort sind auch alle Informationen für Nichtwohngebäude aufgeführt: www.bafa.de

 

Wichtige Fördervoraussetzungen auf einen Blick

  • Grundsätzlich müssen Antragssteller mindestens 2.000 Euro investieren, um einen Zuschuss erhalten zu können.
  • Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Gebäudes müssen mindestens 5 Jahre zurückliegen.
  • Die geförderten Gebäude und Wohneinheiten sind mindestens zehn Jahre zweckentsprechend zu nutzen.
  • Die Modernisierungsmaßnahmen müssen durch ein Fachunternehmen umgesetzt werden.
  • Bei der Durchführung sind die technischen Mindestanforderungen an das modernisierte Bauteil einzuhalten.
  • Bei der Beantragung von Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und / oder der Anlagentechnik (außer der Heizung) ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (www.energie-effizienz-experten.de) notwendig. Für den Antrag erstellt der Energieeffizienz-Experte eine so genannte technische Projektbeschreibung (TBP), in der die Maßnahme genauer erläutert wird. Bei den anderen förderfähigen Maßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten optional.

 

Die technischen Mindestanforderungen an Dämmmaßnahmen im Überblick

Quelle der Tabelle: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. 

 

Das ist zu beachten

  • Bei der Sanierung ersetzt das „KfW-Effizienzhaus 40“ das „Effizienzhaus 115“. Für das „Effizienzhaus Denkmal“ bestehen keine Anforderungen an den Wärmeschutz mehr.
  • Die Förderung muss weiterhin vor Beginn des Vorhabens beantragt werden. Jedoch ändert sich der Stichtag: Statt wie bisher der "Beginn der Bauarbeiten" gilt nun die "Auftragserteilung" als Beginn des Vorhabens. Trotz der Verschiebung wird es keine Übergangsfrist geben.
  • Eine Bestätigung zum Antrag (BzA), die für die Beantragung bei der KfW erstellt wurde, kann nicht für die Beantragung beim BAFA verwendet werden. Alte BzA verfallen. Das BAFA stellt für Experten online eigene Formulare zur Verfügung.
  • Dieselbe Maßnahme darf nicht gleichzeitig mit einem Kredit (KfW) und einem Zuschuss (BAFA) gefördert werden.
  • Wer die neue Förderung über das BAFA nutzen will, kann trotz Förderzusage der KfW auf diese verzichten und beim BAFA einen neuen Antrag stellen.

 

Fazit

Die Vereinheitlichung der Förderprogramme des Bundes für energieeffiziente Maßnahmen ist ein wichtiger Schritt, um Fördermittel zugänglicher zu machen und dadurch Investitionen in energieeffiziente Gebäude anzureizen. Zusammen mit der steuerlichen Förderung von Sanierungsmaßnahmen stehen Modernisierungswilligen attraktive Angebote zur Verfügung, die bares Geld sparen können. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt sind insbesondere Zuschüsse und Steuerersparnisse aktuell attraktiv, da sie nachhaltige und wertsteigernde Investitionen in Immobilien noch lohnenswerter machen. Davon profitieren nicht nur die Eigentümer, sondern auch das Handwerk und nicht zuletzt die Umwelt.